Erste Hilfe bei Verschlucken
Was tun Eltern Schritt für Schritt, wenn ihr Baby sich verschluckt hat und nicht mehr atmen kann?
Nach dieser Lektion kannst du die Erste-Hilfe-Schritte bei Ersticken im Säuglingsalter in der richtigen Reihenfolge wiedergeben — Notruf, Rückenschläge, Brustkompressionen im Wechsel —, Eltern erklären, warum danach immer eine ärztliche Kontrolle nötig ist, und begründen, warum ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge der wichtigste Tipp des Moduls ist.
etwa 10 Minuten
Ein Vater sagt beim Hausbesuch, er habe das Erste-Hilfe-Video zweimal angesehen und die Schritte im Kopf. Einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge hält er für überflüssig: Zeit habe er ohnehin keine, und im Notfall komme der Rettungsdienst.
Wie antwortest du?
Den Notfall erkennen
Diese Lektion ist als Demonstration mit einer Babypuppe angelegt und soll als eigenes Reel schnell auffindbar sein. Für dich ist sie die Grundlage, um Eltern die Schritte zu erklären — und um sie zu einem Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge zu motivieren.
Alles beginnt beim Erkennen, und dieser Teil entscheidet über alles Weitere. Es ist ein Notfall, wenn das Baby nicht mehr husten, nicht mehr atmen, nicht mehr schreien kann. Es wird still, blass oder bläulich, schlapp. Ein Baby, das noch laut ist und atmet, würgt — und braucht keine Erste Hilfe, sondern Ruhe.
Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die vorige Lektion vor dieser steht. Rückenschläge und Brustkompressionen bei einem würgenden Baby stören einen Reflex, der gerade funktioniert. Umgekehrt kostet jede Sekunde Zögern bei einem erstickenden Baby.
Im Notfall zählt jede Sekunde, und Wissen macht den Unterschied. Genau deshalb sollen Eltern diese Schritte kennen, bevor sie sie brauchen.
Woran erkennen Eltern, dass die Erste Hilfe beginnen muss?
Die Schritte in der richtigen Reihenfolge
Wenn Eltern erkannt haben, dass es ein Notfall ist, gehen sie in dieser Reihenfolge vor.
Erstens: sofort den Notruf 112. Ist jemand dabei, ruft diese Person an, während die Erste Hilfe läuft. Wer allein ist, legt das Telefon auf Lautsprecher und arbeitet weiter.
Zweitens: die Lagerung. Das Baby liegt mit dem Bauch auf dem Unterarm, der Kopf tiefer als der Rumpf, die Hand stützt den Kopf so, dass der Mund leicht offen ist. Ist das Baby zu schwer, kann man sich hinsetzen und es auf dem Oberschenkel lagern.
Drittens: fünf Rückenschläge. Mit der freien Hand, mit dem Handballen, zwischen die Schulterblätter, schräg in Richtung Kopf, sodass der Druck den Fremdkörper nach oben befördert. Nach jedem Schlag nachsehen, ob etwas aus dem Mund kommt. Kommt etwas, hören die Schläge auf — und entfernt wird nur, was klar sichtbar ist. Nicht blind in den Mund greifen, das schiebt es oft weiter hinein.
Viertens: umdrehen und fünf Brustkompressionen. Das Baby vorsichtig auf den Rücken drehen, weiter auf dem Unterarm, der Kopf bleibt tiefer als der Rumpf. Zwei Finger in die Mitte des Brustkorbs, etwa auf Höhe der Brustwarzen, fünfmal kräftig nach unten drücken, etwa ein Drittel der Brustkorbtiefe, ungefähr 4 Zentimeter — etwas weniger fest als bei einer Reanimation.
Dann geht es im Wechsel weiter: fünf Rückenschläge, fünf Brustkompressionen, wieder fünf und fünf, bis das Stück heraus ist oder Hilfe kommt.
Bring die Erste Hilfe bei einem erstickenden Baby in die richtige Reihenfolge.
- 1Notruf 112 wählen oder von jemandem wählen lassen; allein das Telefon auf Lautsprecher legen
- 2Das Baby mit dem Bauch auf den Unterarm legen, Kopf tiefer als der Rumpf, Kopf stützen, Mund leicht offen
- 3Fünf kräftige Schläge mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter, nach jedem Schlag nachsehen
- 4Das Baby vorsichtig umdrehen: Rücken auf dem Unterarm, Kopf weiterhin tiefer als der Rumpf
- 5Fünf Brustkompressionen mit zwei Fingern in der Mitte des Brustkorbs auf Höhe der Brustwarzen
- 6Im Wechsel weiter: fünf Rückenschläge, fünf Brustkompressionen, bis das Stück heraus ist oder Hilfe kommt
- 7Nach dem Notfall sofort in die Notaufnahme oder zum Kinderarzt, auch wenn das Baby wieder normal wirkt
Danach: Kontrolle und Kurs
Zwei Dinge gehören ans Ende jeder Beratung zu diesem Thema.
Das erste ist die ärztliche Kontrolle. Auch wenn die Sache vorbei ist, das Stück draußen und das Baby wieder normal wirkt, geht es sofort in die Notaufnahme oder zum Kinderarzt. Es muss geprüft werden, ob nicht doch ein Stück in der Lunge gelandet ist. Eltern lassen diesen Schritt aus Erleichterung leicht weg — sag ihn deshalb aktiv dazu.
Das zweite ist der Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge. Wird ein Baby bewusstlos und atmet nicht mehr, beginnt die Wiederbelebung: 30 Brustkompressionen im Wechsel mit 2 Beatmungen. Das ist eine eigene Technik, die das Modul nur kurz erwähnt und die in einen Kurs gehört. Aaron nennt den Kursbesuch seinen dringendsten Tipp aus dem ganzen Modul. Angeboten werden solche Kurse von Hebammen, Familienzentren, dem ASB und dem DRK — eine Stunde, einmal im Leben.
Und ein praktischer Hinweis, den du weitergeben kannst: Diese Lektion ist als eigenes Reel gedacht. Eltern sollen sie gleich speichern, damit sie sie im Zweifel schnell wiederfinden. Das allein beruhigt schon.
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