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Selbstständigkeitsphasen

Warum kippt das Essverhalten eines Kleinkinds plötzlich — will gefüttert werden oder alles selbst machen — und wie reagieren Eltern richtig?

Nach dieser Lektion kannst du Eltern beide Richtungen der Selbstständigkeitsphase erklären, ihnen den Grundsatz mitgeben, der Bewegung des Kindes zu folgen, und begründen, warum Gegenhalten die Phase verlängert.

etwa 8 Minuten

Video folgt
Selbstständigkeitsphasen3 bis 4 MinutenLisa
Praxisfall

Ein 13 Monate altes Kind aß seit Wochen selbstständig mit dem Löffel und will seit einigen Tagen nur noch gefüttert werden. Es lässt den Löffel fallen und weint. Der Vater befürchtet, dass es das Selbstessen wieder verlernt, wenn er jetzt nachgibt.

Was rätst du ihm?

Zwei Richtungen, eine Entwicklung

Diese Phasen verwirren Eltern, weil das Verhalten scheinbar aus dem Nichts kippt — und zwar in beide Richtungen.

Beispiel eins. Das Kind isst seit Wochen wunderbar selbst mit dem Löffel. Plötzlich, mit 13 oder 14 Monaten, will es nicht mehr. Es lässt den Löffel fallen, weint, will nur noch gefüttert werden.

Beispiel zwei. Das Kind hat sich immer brav füttern lassen. Plötzlich, mit 14 Monaten, will es alles selber machen, lässt sich keinen Löffel mehr in den Mund schieben und kämpft um den Löffel.

Beides sind Selbstständigkeitsphasen, und beides ist dieselbe Entwicklung. Das Kind testet seine Position, seine Kontrolle, seine Wirksamkeit. Es lernt, dass es selbst entscheiden darf — und das ist ein riesiger Entwicklungsschritt.

Für die Beratung heißt das: Die Richtung ist egal. Eltern beschreiben dir zwei völlig gegensätzliche Beobachtungen und bekommen von dir dieselbe Antwort. Das ist erklärungsbedürftig, aber entlastend, sobald es einmal sitzt.

Kontrollfrage

Welche Reaktion auf eine Selbstständigkeitsphase empfiehlt Lisa?

Der Bewegung folgen

Die Antwort für die Beratung ist einfach: der Bewegung des Kindes folgen.

Will das Kind zurück und gefüttert werden, wird es gefüttert — auch wenn es vor zwei Wochen schon selbstständig war. Das ist kein Rückschritt, sondern ein Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit. Vielleicht ist gerade etwas los, das die Erwachsenen nicht sehen. In ein paar Wochen will es wieder selbst.

Will das Kind plötzlich alles selber machen, lassen die Eltern es — auch wenn es länger dauert, mehr Sauerei macht und weniger im Magen landet. Diese Phase ist wichtig für die Entwicklung der Selbstwirksamkeit.

Was Eltern nicht tun sollten, ist gegen die Phase ankämpfen. Wer ein Kind zwingt, selbst zu essen, oder den Löffel nicht aus der Hand gibt, macht die Phase länger und stressiger. Auf die häufige Frage, ob das wieder weggeht, kannst du klar antworten: Ja, in den allermeisten Fällen innerhalb von ein bis vier Wochen — wenn die Eltern ruhig bleiben und auf das Bedürfnis eingehen. Druck kann die Phase verlängern.

Als positive Aktion empfiehlt Lisa, beides anzubieten: einen Löffel und ein paar Fingerfood-Stücke auf den Tisch. Will das Kind den Löffel, gut. Will es Fingerfood, gut. Will es gar nichts und lieber gefüttert werden, wird gefüttert. Die Eltern geben die Optionen, das Kind wählt. Und Phasen, die ohne Konflikt durchschifft werden, kommen auch nicht so stark wieder.

Sitzt das?
Lückentext

Selbstständigkeitsphasen kippen das Verhalten in beide Richtungen und zeigen sich oft mit oder 14 Monaten. Das Kind testet seine Kontrolle und seine . Die Antwort lautet: der des Kindes folgen. Wer gegen die Phase ankämpft, macht sie und stressiger. In den allermeisten Fällen geht sie innerhalb von ein bis Wochen vorbei.

Groß- und Kleinschreibung ist egal.

Fragen aus der Beratung

Bilanz

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