Gewürze für Babys
Welche Gewürze und Kräuter dürfen Babys ab Beikoststart bekommen, welche erst später, und welche gar nicht im ersten Jahr?
Nach dieser Lektion kannst du Eltern den Mythos „Babys vertragen keine Gewürze“ ausräumen und ihnen sagen, was ab Beikoststart geht, wo Vorsicht gilt, was ab dem ersten Geburtstag dazukommt und was im ersten Jahr nicht auf den Teller gehört.
etwa 10 Minuten
Ein Vater kocht gern und fragt dich: „Ich habe gelesen, Babybrei muss komplett ungewürzt sein. Ehrlich gesagt schmeckt das Zeug nach nichts, ich würde ihr gern was ins Essen tun. Oder ist das schädlich?“
Was antwortest du?
Was von Anfang an geht
Viele Eltern denken, Babys vertragen außer salzfreiem Essen gar nichts. Das ist ein Mythos, und du darfst ihn aktiv ausräumen: Babys können sehr wohl Gewürze bekommen, und sie profitieren sogar davon. Gewürze trainieren die Geschmacksvielfalt, machen Mahlzeiten interessant und liefern teilweise auch wertvolle Inhaltsstoffe.
Ab Beikoststart gehen milde Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Oregano, Thymian. Frisch gehackt unter den Brei oder über das Fingerfood gestreut, das gibt Aroma und ist unproblematisch.
Auch milde Gewürze gehen früh. Zimt in kleinen Mengen ist in Ordnung, aber bevorzugt Ceylon-Zimt, der weniger Cumarin enthält. Vanille, Fenchel, Anis und Kümmel sind babyfreundlich und werden traditionell sogar bei Bauchschmerzen eingesetzt.
Lisas praktischer Tipp für Familien, die selbst kochen und das Baby mitessen lassen: fast immer leicht würzen. Eine Prise Kräuter unter die Pasta, eine Spur Zimt im Haferbrei, Vanille im Joghurt. Das nimmt den Eindruck weg, dass Babyessen langweilig sein muss, und den Eindruck haben viele Eltern.
| Stufe | Was | Hinweis |
|---|---|---|
| Ab Beikoststart | Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Oregano, Thymian | Frisch gehackt unter den Brei oder über das Fingerfood |
| Ab Beikoststart | Zimt (Ceylon), Vanille, Fenchel, Anis, Kümmel | Zimt in kleinen Mengen, Ceylon-Zimt hat weniger Cumarin |
| Vorsichtig, sparsam | Knoblauch, Zwiebel | In normalen Mengen unproblematisch, können das Stillen beeinflussen oder leichte Verdauungsbeschwerden machen |
| Ab dem 9./10. Monat, sparsam | Pfeffer | Wirklich sparsam |
| Nicht im ersten Lebensjahr | Chili, Cayennepfeffer, scharfer Paprika | Schleimhäute des Babys sind empfindlicher als bei Erwachsenen |
| Ab dem ersten Geburtstag, in Maßen | Curry, Kurkuma, mildes Paprikapulver, gemahlene Senfkörner, Muskatnuss (sehr klein) | Salz ebenfalls erst dann, etwa ein Gramm pro Tag |
| Nicht im ersten Jahr | Salz, Zucker, Brühwürfel, Streuwürze, salzige oder zuckrige Würzmischungen | Viel Salz, teils Geschmacksverstärker |
Karte antippen — dann steht die Antwort da.
Wo Vorsicht gilt und was später kommt
Vorsichtig sein sollten Eltern bei scharfen Gewürzen. Pfeffer in kleinen Mengen geht ab dem neunten oder zehnten Monat, aber wirklich sparsam. Chili, Cayennepfeffer und scharfer Paprika sind im ersten Lebensjahr nicht empfohlen, weil die Schleimhäute des Babys empfindlicher sind als bei Erwachsenen. Das ist der eine Satz, der in der Beratung das „Warum“ liefert.
Sparsam dosieren sollten Eltern auch Knoblauch und Zwiebel. In normalen Mengen sind sie unproblematisch, aber sie können das Stillen beeinflussen oder bei manchen Babys leichte Verdauungsbeschwerden machen. Die Empfehlung lautet: vorsichtig ausprobieren, nicht verbieten.
Ab dem ersten Geburtstag in Maßen: Curry, Kurkuma, Paprikapulver in milder Form, gemahlene Senfkörner, Muskatnuss in sehr kleinen Mengen. Salz übrigens auch erst ab dem ersten Geburtstag, und wie Aaron in Modul 4 erklärt hat, sehr sparsam, etwa ein Gramm pro Tag.
Was nicht geht: Salz im ersten Lebensjahr, Zucker, und stark salzige oder zuckrige Würzmischungen wie Brühwürfel, Flüssigwürze oder Streuwürze. Diese enthalten oft viel Salz und manchmal Geschmacksverstärker. Gerade Brühwürfel sind die Falle, die Eltern nicht als Salz erkennen: Die Suppe „für die ganze Familie“ ist mit einem Würfel für das Baby zu salzig.
Eine Mutter kocht ein mildes Curry mit Kurkuma und etwas Chili und fragt, ob ihr acht Monate altes Baby mitessen kann. Was ist die passende Antwort?
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