Brei-Fahrplan: Monat 1, 2, 3
Welche Mahlzeit kommt in welchem Beikost-Monat dazu, mit welchen Zutaten und in welcher Konsistenz?
Nach dieser Lektion kannst du Eltern den Brei-Fahrplan Monat für Monat erklären: Mittagsbrei, Abendbrei, Frühstücksbrei, die Steigerung der Konsistenz und die drei Bausteine, die in jeden Brei gehören.
etwa 16 Minuten
Eine Mutter, deren Baby seit sechs Wochen Beikost bekommt, erzählt dir: „Den Abendbrei liebt sie, den Mittagsbrei mit Gemüse spuckt sie meistens aus. Ich überlege, den Mittagsbrei einfach zu streichen und nur noch den Getreidebrei zu geben, den isst sie wenigstens.“
Was sagst du ihr?
Der Fahrplan im Überblick
- Monat 1
Ein Mittagsbrei aus Gemüse, sehr fein püriert
- Mittagsbrei aus Gemüse, eine Sorte drei bis vier Tage, dann eine neue
- Anfangs zwei bis drei Esslöffel, direkt nach einer Still- oder Pre-Mahlzeit
- Woche 2 bis 3: erste Kombinationen, etwa Karotte mit Kartoffel, Pastinake mit Kartoffel
- Ab Woche 3: erste Eisenquelle, klassisch Rindfleisch oder Hirse bei vegetarischem Start
- Immer ein Tropfen gutes Öl (Rapsöl, Walnussöl) für die fettlöslichen Vitamine
- Konsistenz: sehr fein püriert, fast wie eine Suppe
- Monat 2
Der Abendbrei kommt dazu, die Konsistenz wird gröber
- Zweiter Brei: Abendbrei aus Getreide und Milch, also Hafer, Hirse oder Dinkel mit Muttermilch oder Pre
- Mittagsbrei: pro Woche zwei bis drei verschiedene Gemüsesorten, dazu Eisenquelle und Öl
- Manche Babys mögen den Abendbrei lieber als den Mittagsbrei, das ist normal
- Konsistenz: nicht mehr ganz fein, kleine Klümpchen, die das Baby mit der Zunge zerdrücken kann
- Monat 3
Der Frühstücksbrei macht drei Mahlzeiten, Stückchen sind erlaubt
- Dritter Brei: Frühstücksbrei aus Getreide und Obst, etwa Hafer mit Apfel, Hirse mit Birne, Dinkel mit Banane
- Drei Beikostmahlzeiten am Tag, dazwischen Stillen oder Pre
- Joghurt ab dem siebten Monat in kleinen Mengen, Quark frühestens ab dem neunten Monat, Frischkäse und Hüttenkäse in kleinen Mengen
- Eier ab dem siebten Monat, immer durchgegart
- Konsistenz: deutlich gröber, Stückchen, weiche Klumpen, weiche kleine Würfel
Monat 1: der Mittagsbrei
Der Brei-Fahrplan beginnt mit einem einzigen Brei: dem Mittagsbrei aus Gemüse. Eine Sorte, drei bis vier Tage, dann die nächste. In den ersten Tagen reichen zwei bis drei Esslöffel. Die Eltern geben den Brei direkt nach einer Still- oder Pre-Mahlzeit, damit das Baby satt, aber nicht hungrig ist.
In Woche 2 oder 3 kommen die ersten Kombinationen: Karotte mit Kartoffel, dann Pastinake mit Kartoffel. Ab Woche 3 kommt die erste Eisenquelle dazu, klassisch Rindfleisch oder Hirse bei vegetarischem Start. Und immer ein Tropfen gutes Öl, etwa Rapsöl oder Walnussöl, weil Fett die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine verbessert. Der Ölhinweis wird in der Beratung am häufigsten vergessen; frag aktiv danach.
Die Konsistenz im ersten Monat ist sehr fein püriert, wirklich glatt, fast wie eine Suppe. Das Baby muss sich erst an feste Nahrung gewöhnen, und glatte Konsistenz macht diesen ersten Schritt leicht. Eltern, die hier schon Stückchen anbieten, meinen es gut, überfordern aber oft.
Wenn du die Konsistenz beschreibst, zeig sie: ein Löffel, von dem der Brei langsam abfließt. Eltern merken sich Bilder besser als Wörter.
Eine Mutter fragt, ob sie den ersten Mittagsbrei besser vor dem Stillen geben soll, „damit das Baby richtig Hunger hat und mehr isst“. Was ist die passende Antwort?
Monat 2: der Abendbrei
Im zweiten Monat kennt das Baby mehrere Gemüsesorten und mag den Mittagsbrei meist gern. Jetzt kommt der zweite Brei dazu, klassisch der Abendbrei aus Getreide und Milch: Hafer, Hirse oder Dinkel mit Muttermilch oder Pre. Manche Babys mögen den Abendbrei lieber als den Mittagsbrei, das ist normal und kein Grund, den Mittagsbrei zu streichen.
Auch der Mittagsbrei entwickelt sich: Die Eltern wechseln das Gemüse jetzt regelmäßiger durch, idealerweise zwei bis drei verschiedene Sorten pro Woche, dazu eine Eisenquelle, dazu Öl. So entsteht nach und nach ein Repertoire. Im Elternkurs gibt es dafür Beispiel-Wochenpläne; in der Beratung reicht die Faustregel „zwei bis drei Gemüse pro Woche, Eisen, Öl“.
Die Konsistenz darf im zweiten Monat etwas gröber sein: nicht mehr ganz fein püriert, sondern mit kleinen Klümpchen, die das Baby mit der Zunge zerdrücken kann. Diese Steigerung ist kein Detail. Sie ist der Übergang zu fester Nahrung, den das Baby jetzt übt. Eltern, die aus Sorge beim ganz glatten Brei bleiben, nehmen dem Baby diese Übung.
Wenn Eltern fragen, warum die Klümpchen so wichtig sind: Kauen lernt man nicht mit sechs Zähnen, sondern mit Klümpchen im Mund.
Monat 3: der Frühstücksbrei und mehr Vielfalt
Im dritten Monat kommt der dritte Brei, klassisch der Frühstücksbrei aus Getreide und Obst: Hafer mit Apfel, Hirse mit Birne, Dinkel mit Banane. Damit hat das Baby drei Beikostmahlzeiten am Tag, plus Stillen oder Pre dazwischen.
Jetzt darf das Baby auch langsam mehr probieren. Die Angaben im Drehbuch sind konkret, und du solltest sie so weitergeben: Joghurt ab dem siebten Monat in kleinen Mengen. Quark in kleinen Mengen frühestens ab dem neunten Monat. Frischkäse und Hüttenkäse ebenfalls in kleinen Mengen. Eier ab dem siebten Monat, immer durchgegart. Die Betonung liegt bei allen Milchprodukten auf „kleine Mengen“; sie ergänzen, sie ersetzen nicht die Milchmahlzeiten.
Die Konsistenz im dritten Monat ist deutlich gröber: Stückchen, weiche Klumpen, vielleicht sogar weiche kleine Würfel. Das Baby lernt kauen, auch wenn noch keine Zähne da sind. Babys haben starke Kiefer, die das gut können. Dieser Satz beruhigt Eltern, die glauben, ohne Zähne gehe nichts Festes.
Und eine Erinnerung, die viele übergehen: Der Brei ist nie nur püriertes Gemüse aus dem Glas. Er enthält immer eine gute Fettquelle, eine gute Eiweißquelle und eine Vitamin-C-Quelle. Brei sollte nährstoffreich sein, sonst füllt er nur den Magen.
Ordne jedem Beikost-Monat zu, was neu dazukommt.
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